Was ist Chlamydia pneumoniae?

Chlamydia pneumoniae (Cpn), mittlerweile Chlamydophila pneumoniae genannt, sind kokkenförmige, obligat intrazellulär lebende Bakterien. Sie sind wohl z. Z. die rätselhaftesten Erreger der Gruppe der Chlamydien und werden immer wieder mit chronischen Erkrankungen wie z. B. Arteriosklerose, Multiple Sklerose, Diabetes mellitus, Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS), Alzheimer, Asthma, Chronischer Nasennebenhöhlenentzündungen, Rheumatoider Arthritis, Fibromyalgie, Morbus Crohn, chron. Prostataentzündungen, Interstitieller Cystitis usw. in Zusammenhang gebracht. Ein eindeutiger Nachweis seiner Beteiligung steht jedoch noch aus.

Unbestritten ist jedoch, daß Chlamydia pneumoniae zu den Erregern von (atypischen) Lungenentzündungen gehören.
Meist verlaufen Infektionen mit Chlamydia pneumoniae jedoch unbemerkt oder mit normalen Erkältungssymptomen. Lediglich bei immunsuppremierten Personen wie z.B. bei Krebspatienten, HIV-Infektionen und nach Organtransplantationen, sowie bei älteren Menschen können so erworbene Pneumonien zu ernsthaften Komplikationen, z. T. mit tödlichem Ausgang führen.

Übertragen werden die Bakterien vorwiegend auf dem Luftweg über Tröpfcheninfektionen. Die Durchseuchung der Bevölkerung ist dabei sehr hoch und abhängig vom Lebensalter. Ungefähr 70-80% der über 60-jährigen weisen im Blut Antikörper gegen Chlamydia pneumoniae auf, wohin gegen nur 30% der 10-jährigen Schulkinder betroffen sind.

Der Nachweis von Chlamydia pneumoniae ist sehr kompliziert, da sie nicht wie andere Bakterien angezüchtet werden können. Wie bereits erwähnt handelt es sich um obligat intrazellulär lebende Bakterien, d. h. sie benötigen zum Überleben eine Wirtszelle und verhalten sich dabei ähnlich wie Parasiten.

Chlamydia pneumoniae verfügen nicht über eigene Energiebereitstellungssysteme, sondern bedienen sich der Energie (ATP) der befallenen Körperzelle. Sie manipulieren die Zellen so, daß sie ihnen ihre Energie zur Verfügung stellen, dabei aber nicht zugrunde gehen. Diese Manipulation der Ursprungszelle hat einen Funktionsverlust zur Folge.

Neben der humanpathogenen Art, d. h. für den Menschen gefährlichen Spezies, gibt es auch Chlamydia pneumoniae Erreger, die wahrscheinlich nur bei Tieren vorkommen und ihre Wirtsart auch angeblich nicht wechseln. So gibt es z. B. das Bakterium auch beim Pferd, welches nach heutigem Kenntnisstand nicht auf den Menschen übertragbar ist.

Allerdings zeigen neuere Studien, daß es auch Unterarten der Chlamydia pneumoniae gibt, die im einzelnen noch nicht wissenschaftlich erforscht sind. Evtl. lösen verschiedene Unterstämme auch verschiedene Symptome und Verläufe aus.

Weitere Informationen zu Chlamydia pneumoniae sind unter den Menüpunkten Chlamydia pneumoniae, Symptome, Diagnose, Therepie, Ernährung und Forschung zu finden.

Informativ ist auch der Artikel zu Chlamydia Pneumoniae bei Wikipedia.