Chlamydia pneumoniae und chronische Erkrankungen

2007 veröffentlichte Matthas Krüll seine englischsprachige Habilitationsschrift „Pathogenesis of Chlamydophila pneumoniae-mediated diseases“ an der Charité Berlin.

Pathogenese (engl. pathogenesis) bezeichnet die Entstehung und Entwicklung einer Krankheit. Die Arbeit handelt folglich von der Entstehung und Entwicklung von durch Chlamydophila pneumoniae verursachten Krankheiten.

Interessant ist in dieser Arbeit eben auch der Weg der Pathogenese, das Versteckspiel mit dem Immunsystem, sowie die immunmodulierende Wirkung von Chlamydophila pneumoniae beschrieben.

Zusammenfassung der Habilitationsschrift

Chlamydophila (Chlamydia) pneumoniae, ein weitverbreitetes Gram-negatives, obligat intrazelluläres Bakterium, ist ein häufiger Erreger respiratorischer Infektionen. Neben Bronchitiden, Sinusitiden und Pharyngitiden kann C. pneumoniae eine sogenannte atypische, lymphozytär geprägte Pneumonie hervorrufen. Repetitive/rezidivierende oder persistierende Infektionen mit C. pneumoniae werden als pathogenetisch bedeutsam für die Entwicklung chronischer respiratorischer Erkrankungen (Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Bronchitis/COPD) sowie vaskulärer Läsionen mit dem vermehrten Auftreten von koronarer Herzkrankheit (KHK) und Arteriosklerose betrachtet. Obwohl das Genom von C. pneumoniae seit 1999 vollständig sequenziert ist, sind die Mechanismen der Wirtszellinfektion (Adhäsion, Invasion) und -aktivierung sowie die Bedeutung verschiedener chlamydialer Virulenzfaktoren weitgehend offen.

Diese Arbeit gibt eine Übersicht über die Pathogenese akuter und chronischer C. pneumoniae-assoziierter Erkrankungen und fokussiert hierbei insbesondere auf die Mechanismen der Zielzellinfektion über potentielle Wirtszellrezeptoren sowie die nachfolgend aktivierten Signalübertragungswege in Epithel- und Endothelzellen.

Die ganze Habilitationsschrift auf Englisch wird von der Freien Universität Berlin zum Download angeboten.